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1 Jahr Solidarische Imkerei im Würmtal (Solim) Mitmacher gesucht!

Im Gautinger Öko & Fair Umweltzentrum haben sich vor etwa einem Jahr einige Bienenfreunde, Permakulturisten und Imker zu einer „Solidarischen Imkerei“ im Würmtal zusammengeschlossen.

Die mittlerweile neun Teilnehmer um Imkerin Claudia Kraft können jetzt ein erstes Resümee ziehen.



Zum Jahresanfang 2016 wurde das gesamte nötige Material beschafft: Beuten (Bienenstöcke), Schutzkleidung und Werkzeug. Die Beuten wurden vorab gestrichen, im Bienengarten horizontal aufgestellt und zur Sonne ausgerichtet.

Dann bekamen die Neu-Imker Anfang April ein wunderbares Geschenk: fünf vitale Bienenvölker von einer sich verkleinernden Imkerei in Oberfranken. Das war der denkbar beste Anfang, den sich die Gruppe vorstellen konnte.

Die Bienen fanden noch am Tag ihres Umzugs nach Oberbayern eine blühende Gartenumgebung im Würmtal vor. Nach wenigen Stunden waren sie orientiert und gingen in den blühenden Kirschbäumen zur Arbeit über.

Es war eine Freude zuzusehen wie sie zu zigtausenden ausschwärmten um Nektar und Pollen zu sammeln um ihre zahlreiche Brut aufzuziehen.

Leider gingen im Juni zwei Bienenschwärme verloren, die unerreichbar hoch in den Bäumen hingen und irgendwann auf Nimmerwiedersehen verschwanden. Die zurückgebliebenen Bienen haben den Aderlass jedoch sehr schnell wieder kompensiert.

Dann kam die Honigernte im Juli. Rund 50 Kilo Honig wurden insgesamt geschleudert, aber noch genügend für die weitere Entwicklung der Völker in den Honigwaben belassen.



Das erklärte Ziel der Solims ist nämlich nicht, möglichst viel Honig zu ernten, sondern den Bienen Lebensraum zu geben und so einen kleinen Beitrag zum Fortbestand und zur Vielfalt der Natur zu leisten. Denn die industrielle Landwirtschaft entzieht sich permanent selbst ihre Grundlagen und trägt in Riesenschritten zur Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt bei. Die Imker hoffen noch immer vergebens darauf, dass sich die Einsicht durchsetzt, keine Chemikalien und keine Agrogentechnik mehr freizusetzen, sondern ausschließlich zur naturnahen und nachhaltigen Nutzung des Bodens zurückzukehren. Bis es so weit ist, werden die solidarischen Imker alles erdenklich tun, um den Bienen Hilfestellung bei ihrem Überlebenskampf zu geben.



Initiatorin Christiane Lüst: “Wir haben zwar schon viel gelernt, aber uns ist auch klar, dass wir noch viel mehr Bienenwissen brauchen. Wir gärtnern inzwischen vor allem im Interesse unserer Bienen, denn mit deren Hilfe haben wir auch eine gute Ernte an Obst und Gemüse für uns selbst.

Im Garten haben wir im Herbst weitere Obstbäume, Büsche und Stauden gepflanzt, Blumen gesät und alte mit Efeu überwucherte Bäume erhalten, die den Bienen möglichst ganzjährig als nahe Weide dienen. Wichtig ist auch, das Wissen um die Bienen weiterzugeben an Interessierte oder Neueinsteiger! Bienenwissen heißt auch, die Warnungen der Natur zu verstehen und möglichst früh Taten entgegenzusetzen.“



Am Samstag, 11.2. von 10-18 Uhr und So. 12.2. von 10-13 Uhr bietet Demeter-Imkerin Claudia Kraft wieder ein Grundlagenseminar an für alle Interessierten an der Imkerei, aber auch für diejenigen, die evtl. dauerhaft in der solidarischen Imkerei Würmtal mitmachen wollen. Denn es können noch einige Teilnehmer aufgenommen werden.



Details zum Seminarprogramm: http://imkerei.oeko-und-fair.de/events/event/imkerkurs/

Anmeldung: Tel. 089 / 893 11 054



So funktioniert die Imker-Solidarität: „Viele finanzieren die Arbeit, den Zeitaufwand und somit die Kosten der Imkerin und haben dafür Anteil an der Honigernte. Und vor allem: Neu-Imker können hier von Jahr zu Jahr unter fachlicher Anleitung mitimkern und nebenbei in Theorie und Praxis die Imkerei von Grund auf lernen. Auch alle, die lediglich mehr über das faszinierende Leben der Bienen und die Entstehung des Honigs wissen wollen, sind herzlich willkommen,“ ergänzt Christiane Lüst.

Karl Heinz Jobst | Bei uns veröffentlicht am 31.01.2017


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