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Gauting

Aussaatzeit - aber ohne Torf und Pestizide!

Es ist vordergründig nur schwer zu vermitteln, warum es bei der Aussaat von Gemüse und Salat so wichtig ist, torffreie Bio-Ansaat-Erde zu verwenden.

Jährlich werden rund 8,2 Millionen Kubikmeter Torf aus norddeutschen Mooren von einer Fläche von 20.000 ha abgebaut. In Deutschland ist der Moorschutz und die Renaturierung von Mooren inzwischen aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes erfreulicherweise fortgeschritten. Allerdings wird seit Jahren von der Industrie und von Baumärkten Torf in viel größeren Mengen aus dem Baltikum und aus Russland importiert - mit verheerenden Folgen für den Wasserhaushalt in den Herkunftsländern und gleichzeitig für das Weltklima. Der Abbau, die thermische Trocknung und der Transport des Torfs über tausende von Kilometern sind keinesfalls nachhaltig, sondern in vielfacher Hinsicht höchst schädlich.

Moore sind die größten Kohlenstoffspeicher pro Flächeneinheit. Sie binden etwa 700 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar - sechsmal so viel wie Wald. Deshalb muss dem Torfabbau weltweit Einhalt geboten werden, zuallererst bei der Verwendung als Gartenerde in unseren Gärten.

Viele Gartenerde-Hersteller haben bereits darauf reagiert und Alternativen entwickelt. So wird Torf oft völlig oder teilweise durch Rindenhumus (kompostierte Rinde), Grüngutkompost, Holzfaserstoffe und andere Beigaben ersetzt. Wer sich beim Kauf von Blumenerde für die torffreien Produkte entscheidet, trägt also seinen aktiven Teil für den Erhalt von Klima und Umwelt bei.

Christiane Lüst: „Allerdings ist auch torffreie Ansaaterde eine Mischung aus zahlreichen Stoffen, die Wasserhaltigkeit, Nährstoffe und Konsistenz beeinflussen. Die Zusammensetzung der Gartenerde ist oftmals bedenklich. Sie kann zum Beispiel zu viel Stickstoff, Schwermetalle aus Klärschlämmen oder Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln wie das krebserregende Glyphosat in gesundheitsschädlichen Mengen enthalten. Wenn pestizidbelastete Pflanzenabfälle wieder als Gartenerde oder Kompost in den Bodenkreislauf kommen, ist dies alles andere als gesund für die kleinen Pflänzchen und in der Folge auch nicht für den Menschen.“ Lüst ergänzt: “Aber es geht nicht nur um uns Menschen. Auch wegen der vielen Bienenvölker, die diesen Winter wieder gestorben sind, weil sie die Giftcocktails unserer Landwirtschaft in ihrer Nahrung nicht mehr länger vertragen, muss Gärtnerei heute höchsten Ansprüchen an Nachhaltigkeit genügen.“

Deshalb ist es jetzt im Frühjahr für die Ansaat des jungen Gemüses elementar wichtig, neben der Torffreiheit auch auf Pestizidfreiheit von Ansaaterde zu achten. Das Öko & Fair Umweltzentrum Gauting berät über Bezugsquellen unbedenklicher Produkte in der Region.



Karl Heinz Jobst | Bei uns veröffentlicht am 14.02.2017


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